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Genitiv einfach gemacht - Verbessere deine Sprachkenntnisse

Der Genitiv, oft als der "Fall des Besitzes" bezeichnet, ist ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Grammatik. In diesem Artikel erfährst du, was der Genitiv ist, wie man ihn bildet, wann er verwendet wird und welche Besonderheiten es zu beachten gibt. Außerdem gehe ich auf häufige Fehler ein, die beim Gebrauch des Genitivs auftreten können.

Was ist der Genitiv? 

Der Genitiv, oft als "Wessen-Fall" bezeichnet, ist einer der vier Fälle (Kasus) in der deutschen Grammatik. Seine Hauptfunktion besteht darin, ein Besitz- oder Zugehörigkeitsverhältnis auszudrücken. Die Bezeichnung "Wessen-Fall" rührt daher, dass Fragen nach dem Genitiv oft mit "Wessen?" formuliert werden. Der Genitiv hat jedoch eine breitere Anwendung und ist in der deutschen Sprache von erheblicher Bedeutung, sowohl in der Schriftsprache als auch in bestimmten formellen oder stilistischen Kontexten.

Wie wird der Genitiv bestimmt? 

Um den Genitiv zu bestimmen, fragst du: "Wessen?" Diese Frage hilft dir, das Substantiv im Genitiv in einem Satz zu identifizieren. Zum Beispiel: "Das ist das Auto meines Bruders" (Wessen Auto? – Des Bruders).

Wann wird der Genitiv benutzt? 

Der Genitiv wird hauptsächlich zur Angabe von Besitz- oder Zugehörigkeitsverhältnissen verwendet. Er ist in verschiedenen Kontexten relevant, und sein korrekter Gebrauch ist ein Zeichen für sprachliche Präzision und Kompetenz. Hier sind die Hauptverwendungszwecke des Genitivs:

  1. Besitz und Zugehörigkeit: Der klassische und häufigste Gebrauch des Genitivs ist die Darstellung von Besitz oder Zugehörigkeit. Zum Beispiel: "Das Haus des Mannes" (der Mann besitzt das Haus) oder "Die Blätter des Baumes" (die Blätter gehören zum Baum).
  2. Nach bestimmten Präpositionen: Einige Präpositionen in der deutschen Sprache verlangen nach dem Genitiv. Beispiele für solche Präpositionen sind: wegen, trotz, während, statt, laut, gemäß, zufolge, nahe, diesseits, jenseits, außerhalb, innerhalb, oberhalb, unterhalb, anlässlich, infolge, anstelle, und hinsichtlich. Zum Beispiel: "Trotz des Regens gingen wir spazieren."
  3. Nach bestimmten Verben: Einige Verben ziehen ebenfalls den Genitiv nach sich. Obwohl diese Verwendung im modernen Deutsch weniger häufig ist und oft durch den Dativ ersetzt wird, ist sie in formellen und schriftlichen Kontexten weiterhin anzutreffen. Beispiele für solche Verben sind: bedürfen, gedenken, sich rühmen, sich schämen, sich annehmen, sich erfreuen, harren, sich enthalten. Zum Beispiel: "Wir gedenken der Verstorbenen."
  4. In festen Wendungen und Ausdrücken: Der Genitiv wird in vielen festen Redewendungen und sprachlichen Ausdrücken verwendet. Beispiele sind: "des Nachts" (nachts), "im Sinne des Wortes" (wörtlich genommen), "am Rande des Wahnsinns" (nahe am Wahnsinn).
  5. Bei Eigennamen: Bei der Angabe von Zugehörigkeit oder Herkunft bei Eigennamen wird oft der Genitiv verwendet. Zum Beispiel: "Die Werke Goethes" (die Werke, die Goethe geschrieben hat).
  6. Attributiver Genitiv: Der attributive Genitiv wird verwendet, um ein Substantiv näher zu beschreiben, ähnlich wie ein Adjektiv. Zum Beispiel: "Die Entscheidung des Managements" – hier beschreibt „des Managements“ das Substantiv „Entscheidung“ näher.
  7. Maß- und Mengenangaben: Der Genitiv wird auch verwendet, um Maß-, Mengen- oder Zeitangaben zu machen. Zum Beispiel: "Eines Tages" (an einem Tag), "Vieler Worte" (viele Worte).
  8. In poetischer und gehobener Sprache: In der Dichtung und in gehobener Sprache wird der Genitiv häufiger und kreativer eingesetzt als in der Alltagssprache, um Ausdrücke stilvoller oder präziser zu gestalten.
  9. Substantivierte Adjektive und Partizipien: Bei substantivierten Adjektiven und Partizipien wird der Genitiv ebenfalls verwendet. Zum Beispiel: "Das Lesen guter Bücher" (guter Bücher als Genitivobjekt zu Lesen).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Genitiv in der deutschen Sprache eine wichtige Rolle spielt, um Besitzverhältnisse, Zugehörigkeit und spezifische grammatische Konstruktionen auszudrücken. Obwohl in der gesprochenen Sprache oft durch den Dativ ersetzt, bleibt seine korrekte Verwendung in der Schriftsprache und in formellen Kontexten unverzichtbar.

Deutsch(2)

Wie wird der Genitiv gebildet? 

Die Bildung des Genitivs hängt von der Art des Wortes ab:

  1. Deklination von Substantiven: Im Genitiv erfahren viele Substantive eine Veränderung. Häufig wird bei männlichen und sächlichen Substantiven im Singular ein "-es" oder "-s" angehängt, z.B. "des Mannes", "des Buches". Bei weiblichen Substantiven und Pluralformen ändert sich das Substantiv selbst meist nicht, aber der begleitende Artikel zeigt den Genitiv an, z.B. "der Frau", "der Kinder".
  2. Veränderung der Artikel: Sowohl bestimmte als auch unbestimmte Artikel ändern sich im Genitiv. Zum Beispiel wird aus "der" (Nominativ) "des" (Genitiv) bei männlichen und sächlichen Substantiven, und "die" (Nominativ) wird zu "der" (Genitiv) bei weiblichen Substantiven und allen Pluralformen.
  3. Anpassung der Adjektive: Adjektive, die ein Substantiv im Genitiv begleiten, werden ebenfalls dekliniert. Sie erhalten in der Regel Endungen wie "-en" oder "-er", abhängig vom vorhergehenden Artikel und dem Geschlecht sowie der Zahl des Substantivs, z.B. "des großen Mannes", "der kleinen Kinder".
  4. Deklination von Pronomen: Pronomen werden im Genitiv angepasst, wobei Possessivpronomen häufig verwendet werden, um Zugehörigkeit auszudrücken. Zum Beispiel: "meines Bruders Buch" statt "das Buch meines Bruders".
  5. Genitiv bei Eigennamen: Bei Eigennamen wird oft ein "-s" angehängt, manchmal verbunden mit einem Apostroph, besonders wenn der Name auf einen Zischlaut endet, z.B. "Andreas’ Auto".
  6. Besondere Genitivformen: Einige Substantive haben im Genitiv spezielle Formen, die von der Grundform abweichen, z.B. "des Herzens" (statt "des Herz").
  7. Genitiv in festen Wendungen: In einigen festen Wendungen und Ausdrücken wird der Genitiv ebenfalls verwendet, oft in einer etwas archaischen oder formalen Form, z.B. "des Nachts", "eines Tages".

Deklination im Genitiv

  1. Bestimmte Artikel

Geschlecht

Singular

Plural

Maskulin

des Mannes

-

Feminin

der Frau

-

Neutrum

des Kindes

-

Plural (alle Geschlechter)

-

der Kinder, Frauen, Männer


  1. Unbestimmte Artikel

Geschlecht

Singular

Plural

Maskulin

eines Mannes

-

Feminin

einer Frau

-

Neutrum

eines Kindes

-

Plural

-

- (keine Pluralform)


  1. Adjektive

Geschlecht

Singular

Plural

Maskulin

des kleinen Mannes

-

Feminin

der kleinen Frau

-

Neutrum

des kleinen Kindes

-

Plural (alle Geschlechter)

-

der kleinen Kinder, Frauen, Männer


  1. Possessivpronomen

Person

Singular

Plural

1. Person Singular

meines

unserer

2. Person Singular

deines

eurer

3. Person Singular m.

seines

ihrer

3. Person Singular f.

ihrer

ihrer

3. Person Singular n.

seines

ihrer

1. Person Plural

unseres

unserer

2. Person Plural

eures

eurer

3. Person Plural

ihres

ihrer

Diese Tabellen bieten eine Übersicht über die Deklination im Genitiv für bestimmte und unbestimmte Artikel, Adjektive und Possessivpronomen sowohl im Singular als auch im Plural. ​

Fazit 

Der Genitiv ist ein vielseitiger und wichtiger Kasus in der deutschen Sprache, der vor allem Besitz und Zugehörigkeit ausdrückt. Trotz seiner Komplexität und der Tendenz, im Alltag durch den Dativ ersetzt zu werden, bleibt er ein unverzichtbarer Teil der korrekten grammatischen Struktur. Mit etwas Übung kannst du den Genitiv richtig anwenden und deine sprachlichen Fähigkeiten verbessern.

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